Schach lernen: die Rochade
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Die Rochade

„Der vorletzte Fehler gewinnt.”

S. Tartakower

Die Rochade ist ein Spezialzug des Königs. Hierbei ist es ihm ausnahmesweise gestattet in einem Zug zwei Felder weit zu ziehen. Weiterhin ist es der einzige Zug, in dem man zwei Figuren bewegen muß.

Rochaden: König - WeißKönigin - WeißKönig - SchwarzKönigin - Schwarz

Diagramm 56

In Diagramm 56 kann Weiß kurz rochieren, indem sich zuerst der König zwei Felder auf seinen h-Turm nach g1 zubewegt und anschließend der h-Turm neben den König auf f1 gestellt wird (vgl. Diagramm 57). Das Symbol für diesen Zug ist 0-0.

Rochaden: König - SchwarzKönigin - Schwarz

Diagramm 57: Weiß hat kurz rochiert

Schwarz könnte nun auch kurz rochieren, indem der König und Turm entsprechend auf die Felder g8 und f8 gebracht werden. Die Rochade läßt sich aber auch zur anderen Seite mit dem a-Turm durchführen. Hierbei bewegt sich der König wieder zwei Felder auf den Turm zu, nur diesmal auf den a-Turm nach c1 (bzw. c8 für Schwarz) und der Turm wird wieder auf der anderen Seite des Königs direkt neben ihm abgestellt auf d1 (d8). In Diagramm 58 sieht man das Ergebnis der langen Rochade von Schwarz.

Diagramm 58: Schwarz hat lang rochiert

Die lange Rochade wird durch das Symbol 0-0-0 dargestellt. Jetzt sind die Regeln für diesen Spezialzug bekannt, aber was sollte uns veranlassen ihn auch einzusetzen? Normalweise ist die Stellung des Königs in der Rochadestellung sicherer (niedrigere Mattgefahr). Der Name Rochade ist aus dem Französischem übernommen worden, aber vielleicht hätte man lieber den englischen Begriff „Castling“ zu deutsch „Burg bauen“ vorziehen sollen, denn der König hinter seinen Bauern vor Schachs geschützt und zur Seite von einem Turm flankiert, läßt den bildlichen Vergleich mit einer Burg zu. Ein weiterer Vorteil der Rochade ist, daß in vielen Fällen die Türme durch die Rochade verbunden werden, so daß sie sich gegenseitig decken und über die freigewordene Mitte in das Spielgeschehen hineinwirken können. Dieser Effekt kommt besonders zur Geltung, wenn der gegnerische König noch in der Mitte verweilt, was uns zu der Frage führt, wie wir die Rochade des Gegners verhindern können. Eine Möglichkeit ist, das Feld zu bedrohen über das der gegnerische König bei der entsprechenden Rochade rochieren muß.

Rochaden: König - SchwarzKönigin - Schwarz

Diagramm 59: Verhinderung der Rochade

In Diagramm 59 kann Schwarz weder kurz noch lang rochieren, weil der weiße Läufer von a3 aus das Feld f8 überdeckt und somit die kurze Rochade verhindert. Die lange Rochade scheitert am weißen Turm auf d1, der das Feld d8 bedroht.

Alternativ kann man auch die Felder c8 oder g8 bedrohen, weil der Gegner natürlich nicht ins Schach rochieren darf. Genausowenig, kann ein Schachgebot durch „wegrochieren“ parieren werden.

Weitere Bedingungen um rochieren zu können sind:

Die Figuren zwischen König und Turm müssen weggezogen sein. D.h. zwischen König und dem Turm mit dem man die Rochade ausführen will, dürfen keine Figuren stehen, weder eigene noch gegnerische.

Der König darf noch nie gezogen haben. Falls der König gezogen hat, nützt es auch nichts den König wieder auf sein Ursprungsfeld zurückzustellen. Das Recht zu rochieren ist damit für beide Rochaden für die restliche Partie verloren. Falls ein Turm gezogen hat, ist das Rochade-Recht nur zu dieser Seite verloren.

Da man einer Stellung nicht ansehen kann, ob der König bzw. ein Turm schon hin- und hergezogen ist oder nicht, wird ab diesem Kapitel unterhalb der Diagramme unter dem Stichwort Rochaden mit Hilfe von Symbolen aufgeführt, welche Rochaden noch potentiell möglich sind. Eine weiße Dame gibt zum Beispiel an, daß die lange Rochade für Weiß noch möglich ist. Die Dame steht also für lange Rochade, der König für die kurze Rochade und die Farbe gibt an für welche Seite das Symbol gilt.

Zusammenfassend läßt sich sagen, daß die Rochade kurzfristig verhindert sein kann durch bedrohte Felder oder im Weg stehende Figuren. Langfristig bzw. für den Rest des Spiels ist das Recht zur Rochade verloren, wenn König oder Turm bereits gezogen haben und nur auf diesen letzten Fall beziehen sich die Rochadesymbole unter den Diagrammen. So ist zu erklären, daß in Diagramm 59 Schwarz die Symbole für erlaubte Rochaden besitzt, aber momentan nicht rochieren darf. Weiß hat bereits rochiert, so daß keine weißen Symbole anzeigt werden.

Rochaden: König - WeißKönigin - WeißKönig - SchwarzKönigin - Schwarz

Diagramm 60: Wie verhindert Schwarz die Rochade von Weiß?

Eine andere Möglichkeit die Rochade des Gegners zu verhindern ist oftmals ein Schachgebot, denn falls der König wegzieht ist das Ziel schon erreicht. Schauen wir uns als Beispiel dazu die Stellung in Diagramm 60 an. Schwarz bringt mit dem Läuferschach auf b4 Weiß in Verlegenheit. 1... Läuferb4+ denn, wenn Weiß das Recht zu Rochade behalten will, muß Weiß den Läufer dazwischenziehen 2. Läuferd2 Läufer×d2+ 3. König×d2 was aber nichts nützt, weil Schwarz Weiß durch den Läuferabtausch zwingt den König doch zu bewegen 3... 0-0-0+ und als Ironie des Schicksal nutzt nun Schwarz die indisponierte Stellung des weißen Königs aus, indem Schwarz selber und zwar mit einem Schachgebot rochiert. Der schwarze König steht nun recht sicher, während der weiße in der Mitte gewungen ist einen Eiertanz aufzuführen. Die Ursache für dieses Übel ist, daß Weiß es versäumt hat rechtzeitig zu rochieren.

Diagramm 61: Schwarz hat die Rochade von Weiß verhindert und sich selbst in Sicherheit gebracht


Buchtipp
 EUR 19,95

Inhalt
 Schach lernen
1.Vorwort
2.Der Anfang
3.Erste Schritte
4.Ein einführendes Beispiel
5.Die Gangarten der Figuren
6.Vom Schlagen und von Hindernissen
7.Schach und Schachmatt
8.Die Schachnotation
9.Weitere Beispiele
10.Der Wert der Figuren
11.Von drohen, decken und abtauschen
12.Die Fesselung
Die Rochade
14.Die Bauernumwandlung
15.Remis
16.Patt
17.En passant
18.Berührt geführt
»Glossar
»Offizielle Schach-Regeln des Weltschachver-bandes (FIDE)
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